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Milch und Krebs?

DGE-Stellungnahme: „Milch und Krebs“

1.11.2001
(DGE = Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Forschung, Klinik und Praxis 11/2001

Schlüsselwörter: Milch - Milchinhaltsstoffe - Milchfett - CLA - Laktose - Galaktose - Milchsäurebakterien - Calcium - Vitamin D - Krebsformen - Kolonkrebs - Brustkrebs - Gebärmutterkrebs - Hodenkrebs - Prostatakrebs

Einleitung

Der Vergleich des Lebensmittelverbrauchs in verschiedenen Ländern mit der Häufigkeit bestimmter Krebsformen zeigt in einigen Studien eine Assoziation zwischen hohem Milch(fett)konsum und dem erhöhten Auftreten von Brust-, Dickdarm- (einschließlich Rektum-), Prostata-, Pankreas-, Eierstock-, Lungen- und Gebärmutterkrebs (12, 22). Bezogen auf die Mortalitätsrate gilt dies nur für Brustkrebs und das Prostatakarzinom. Auch Migrationsstudien, z. B. an in die USA ausgewanderten Japanern (13) zeigten, dass beim Wechsel zu einer "Western style" Diät, die reich an Fleisch, (tierischem) Fett und Milchprodukten war, Brust-, Pankreas- und Prostatakrebs häufiger wurden. Allerdings lassen sich wegen der begrenzten Qualität des Datenmaterials und unkontrollierter sog. "confoundings" derartige Korrelationsstudien zur Bewertung einzelner Lebensmittelgruppen nur mit größter Vorsicht heranziehen. Die Ergebnisse von Fall-Kontroll- und Kohortenstudien sind widersprüchlich. Meist stehen Humanstudien, die eine positive Assoziation zwischen bestimmten Krebsformen und dem Verzehr von Milch und Milchprodukten zeigen, eine ähnliche Anzahl von Untersuchungen gegenüber, in denen keine oder sogar negative Assoziationen festgestellt wurden. Daher findet man im WCRF 1 -Report 1997 (24) zwar Adipositas und den Verzehr von Cholesterin und (tierischem) Fett unter den möglichen Risikofaktoren von Kolorektal-, Brust-, Gebärmutter-, Prostata-, Pankreas- und Lungenkrebs, ein Zusammenhang mit dem Verzehr von Milch und Milchprodukten wird aber nur bei Prostata- und Nierenkrebs für möglich gehalten. Andere Übersichtsartikel (10) kommen zu ähnlichen Einschätzungen.

Die Entstehung von Krebs ist ein komplexer, multifaktorieller und oft langfristiger Prozess, was evtl. Zusammenhänge zwischen der Ernährung mit Milch und Milchprodukten und verschiedenen Krebsformen schwer erkennbar macht. Während der verschiedenen Phasen der Krebsentstehung (Initiierung, Promotion, Progression und Invasion eines malignen Tumors) können sich einzelne Nahrungsfaktoren unterschiedlich hemmend oder fördernd auswirken. Ihr tatsächlicher Verzehr lässt sich zum häufig sehr viel später liegenden Zeitraum einer wissenschaftlichen Studie kaum noch ermitteln. Die komplexe Zusammensetzung der Milch und die Vielzahl von Milchprodukten, welche die verschiedenen Milchinhaltsstoffe in unterschiedlichen Anteilen enthalten, erschweren es in großen Studien zusätzlich, eindeutige Kenngrößen für den Milchverzehr festzulegen, durch die der tatsächliche Verzehr der relevanten Milchinhaltsstoffe erfasst werden kann.

Potenziell krebsfördernde und krebsverhindernde Eigenschaften von Milchinhaltsstoffen; Mechanismen

Milchfett: gesättigte Fettsäuren, Energie

Ein hoher Fettverzehr scheint bei einer ganzen Reihe von Krebsformen ein Risikofaktor zu sein (5, 24). Dabei ist umstritten, ob Fett selbst, speziell tierisches Fett oder allgemein eine erhöhte Energieaufnahme der eigentlich krebsfördernde Faktor ist. Diskutiert werden u. a. folgende Zusammenhänge: Eine hohe Fett- und Energieaufnahme bewirken eine Zunahme des (intra-abdominellen) Körperfetts und erhöhen die Östrogenproduktion sowie die Konversion von Androgenen zu Östrogenen im Fettgewebe. Zusätzlich ist die Konzentration östrogenbindender Globuline vermindert. Eine gleichzeitig verringerte Insulinsensitivität und Hyperinsulinämie können zu Störungen des Stoffwechsels von Wachstumsfaktoren (IGF2) und der Synthese von Östro- und Androgenen und deren Transportproteine (IGFBP, SHBG3) führen.

CLA

1-1,5 % konjugierte Linolsäure (CLA)4 im Futter verringerten bei Ratten und Mäusen das Risiko von chemisch induziertem Haut-, Brust-, Magen- und Dickdarmkrebs um bis zu 60 % und verlangsamten Wachstum und Metastatisierung von implantierten Tumoren (18). Diese Wirkungen könnten auf antioxidativen Eigenschaften der CLA beruhen, durch die u. a. die Bildung karzinogener Peroxide gehemmt wird, oder auf einer Beeinflussung des Immunsystems. Auch die Blockierung einzelner, in Krebszellen beschleunigt ablaufender Zellzyklusphasen durch CLA ist beschrieben worden, ebenso die Stimulierung der Apoptose (kontrollierter Zelltod) transformierter Krebszellen. Die Mechanismen sind jedoch noch ebenso wenig gesichert wie die Übertragbarkeit der tierexperimentellen Befunde auf den Menschen. Als weitere potenziell krebsprotektive Minorbestandteile des Milchfetts werden Buttersäure, Sphingo- und Etherlipide, Vitamin A und D oder β-Carotin diskutiert (18).

Lactose, Galactose

Bei eingeschränkter Lactoseverdauung könnte Milchzucker durch Begünstigung einer bevorzugt Kohlenhydrat-fermentierenden Darmflora im Dickdarm ein Milieu fördern, welches das Risiko eines Kolorektalkarzinoms senkt. Konkrete Beweise hierfür liegen beim Menschen bislang aber nicht vor. Dagegen wird Galactoseverzehr auf Grund tierexperimenteller und epidemiologischer Befunde mit der Entstehung von Ovarial- und Hodentumor in Verbindung gebracht (3). Über mögliche Wirkmechanismen besteht noch keine Klarheit. Galactose könnte als Ausdruck der allgemeinen Zytotoxizität von Monosacchariden oder bei vermehrter Metabolisierung zu Galactitol oder Galactose-1-Phosphat, toxisch auf Keimzellen und -drüsen wirken. Ebenso könnte durch Galaktoseverzehr die Struktur gonadotroper Hormone, die in ihrer Zuckerkomponente Galactose enthalten, beeinflusst werden, so dass es zur Stimulation der Sexualhormonproduktion kommt, unter deren Einfluss Keimdrüsenfunktion und -kanzerogenese stehen.

Milchsäurebakterien

Durch Ad- und Absorption, Verstoffwechslung und/oder Beeinflussung der Intestinalflora können Milchsäurebakterien die Konzentration (pro)kanzerogener, mutagener und genotoxischer Stoffe sowie krebspromovierender Enzyme (Nitro-, Azoreductase, b?Glucuronidase) im Darm senken. Daneben ist auch eine Hemmung der Tumorzellproliferation durch Zellwandbestandteile und Stoffwechselprodukte von Lactobazillen beschrieben worden (4). Dennoch lässt sich zur Zeit kaum abschätzen, ob durch den Verzehr von fermentierten Milchprodukten mit "probiotischen" Keimen die Häufigkeit des Kolonkarzinoms (bzw. anderer Krebsarten) gesenkt werden kann.

Immunstimulantien

Sowohl (probiotische) Milchsäurebakterien als auch Molkenproteine haben in Tier- und Humanstudien immunstimulierende Eigenschaften gezeigt, über die sie möglicherweise zur Stärkung der körpereigenen Immunabwehr gegen Krebszellen beitragen können (4).

Calcium, Vitamin D

Calcium soll das Kolonkrebsrisiko verringern, indem es mit Gallen- und Fettsäuren schwerlösliche Seifen bildet und dadurch u. a. deren proliferations-steigernde Wirkung auf die Darmschleimhaut reduziert (9, 17). Daneben könnte Calcium die Proliferation von Epithelzellen direkt durch Induktion ihrer Differenzierung hemmen (14). Intrazelluläres Calcium hat - Vitamin D-vermittelt - ebenfalls einen direkten Einfluss auf die Zellteilung. Dagegen erhöht Calcium möglicherweise das Risiko von Prostatakrebs, indem es protektive Konzentrationen von Vitamin D im Serum senkt (16).

Einzelne Krebsformen; Ergebnisse von Case-control- und Kohortenstudien

Wegen der Kürze der vorliegenden Übersicht können die in Tabelle 1 zusammengestellten epidemiologischen Studien nicht einzeln zitiert und bewertet werden.

Kolonkrebs

Wegen der intensiven Interaktionen zwischen Darmwand und Nahrung werden beim Kolorektalkarzinom in hohem Maß Nahrungsbestandteile (Energie, Fette, insbesondere gesättigte, rotes Fleisch, Alkohol, (24)als Risikofaktoren angesehen. Man schätzt, dass in Deutschland 2/3 der Neuerkrankungen bei adäquater Ernährungsweise vermeidbar wären (5). Einem hohen Milchkonsum wird auf Grund des Gehaltes der Milch an tierischen Fetten bisweilen krebsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Milch enthält aber auch eine bedeutende Menge Calcium, welches u. a. durch Bindung von Fett- und (sekundären)Gallensäuren bei Dickdarmkrebs als Schutzfaktor wirken soll. Möglicherweise krebsprotektive Eigenschaften von probiotischen Mikroorganismen in fermentierten Milchprodukten sind ebenfalls vor allem gegen das Kolonkarzinom gerichtet worden (4). Epidemiologische Daten erlauben zz. noch keine Aussage darüber, wie sich das Zusammenspiel dieser Faktoren auswirkt. Die hier gesichteten Studien zeigen bis auf vier keinen Einfluss von Milch und Milchprodukten auf das Kolonkrebsrisiko oder sogar eine protektive Wirkung. (Wegen der Kürze der vorliegenden Übersicht können die in Tabelle 1) zusammengestellten epidemiologischen Studien nicht einzeln zitiert und bewertet werden.

Brustkrebs

Beim Mammakarzinom suggerieren Risikofaktoren wie frühe Pubertät, späte Menopause, späte Schwangerschaft oder Nulliparität einerseits und rasches Wachstum, hohes Körpergewicht, Gewichtszunahme und Bewegungsmangel andererseits hormonelle Einflüsse (Östrogene) und einen Einfluss der Energie- und somit auch Fettzufuhr (20) auf die Krebsentstehung. Bei Ausschluss aller ernährungsabhängigen Risikofaktoren sollen 1/3 der Fälle vermeidbar sein (5). Ein Zusammenhang mit dem Konsum von Milch oder Milchfett konnte bislang aber nicht eindeutig gezeigt werden (Wegen der Kürze der vorliegenden Übersicht können die in Tabelle 1) zusammengestellten epidemiologischen Studien nicht einzeln zitiert und bewertet werden.

Ein Grund hierfür könnte der Gehalt an protektiven Substanzen sein. Eine kürzlich publizierte Theorie (25) postuliert, dass Milchfett nicht direkt Krebs verursache, sondern die Depletion essentieller Schutzfaktoren.

Gebärmutterkrebs

Östrogene beeinflussen ebenfalls das Gebärmutterkrebsrisiko, weswegen Adipositas bzw. gesättigte Fette als wahrscheinliche bzw. mögliche Risikofaktoren gelten (5). Speziell beim Gebärmutterhalskrebs ist aber Rauchen das größte Risiko. Für Milch und Milchprodukte liegen aus epidemiologischen Untersuchungen uneinheitliche Ergebnisse vor, so dass weder ein erhöhtes Gebärmutterkrebsrisiko durch Milchkonsum belegbar ist, noch gesicherte Vorstellungen hinsichtlich evt. Wirkmechanismen bestehen.

Eierstockkrebs

Wie bei den anderen Sexualhormon-assoziierten Krebsformen wird vermutet, dass Adipositas, (tierische) Fette und eine hohe Nahrungsenergiezufuhr Risikofaktoren darstellen. Auf Grund widersprüchlicher Ergebnisse lässt sich dies zurzeit aber nicht durch epidemiologische Studien bestätigen (24). Aus epidemiologischen Daten wurde ein erhöhtes Ovarialkarzinomrisiko durch Lactose bzw. Galactose abgeleitet (3). Andere Studien zeigen dagegen kein diesbezügliches Risiko (Wegen der Kürze der vorliegenden Übersicht können die in Tabelle 1) zusammengestellten epidemiologischen Studien nicht einzeln zitiert und bewertet werden.

Prostatakrebs

Die Ätiologie des Prostatakarzinoms ist noch weitgehend unbekannt, doch wird geschätzt doch sich, dass sich 10 % der Neuerkrankungen durch eine adäquate Ernährung verhindern ließen (5). Übergewicht und eine hohe Zufuhr von Energie und Fetten, insbesondere gesättigten, aber auch von a-Linolsäure (7) gelten als Risikofaktoren, ebenfalls Calcium, indem es den Vitamin D-Spiegel im Plasma senkt (8). Eine neuere Übersichtsarbeit (24) kommt zu dem Schluss, dass ein hoher Verzehr fettreicher Milchprodukte ein Risikofaktor sein könnte, die widersprüchliche Datenlage aber keine endgültige Aussage erlaube.

Hodenkrebs

Hodenkrebs ist relativ selten. Seine Entstehung scheint durch eine hohe Östrogenbelastung und Faktoren begünstigt zu werden, die hierzu beitragen. Testosteron senkt möglicherweise zwar einerseits das Risiko von Neubildungen, fördert aber andererseits das Tumorwachstum. Fett und/oder eine hohe Energie- und Proteinzufuhr gelten daher als diätetische Risikofaktoren, Galactose ebenfalls. Die wenigen hierzu publizierten Studien lassen aber noch keine endgültigen Schlussfolgerungen zu. In einer noch unpublizierten Untersuchung (23) wurde eine positive Assoziation mit der Aufnahme von Galactose, (tierischen) Fetten und Energie sowie dem Verzehr fetthaltiger Milch und Milchprodukte gefunden. Zwischen diesen Risikofaktoren konnte nicht eindeutig differenziert werden. Joghurt schien sogar das Hodenkrebsrisiko zu senken.

Lungenkrebs

Bei Lungenkrebs gilt Rauchen, vor allem in Verbindung mit Alkohol, als gesicherter, eine hohe Fett- und Cholesterinzufuhr als möglicher Risikofaktor (24). Der Einfluss von Milch- und Milchprodukten wurde bislang wenig untersucht. Dabei hielten Studien, die eine positive oder negative Assoziation mit Milch oder Käse zeigten, einander die Waage.

Magenkrebs

An der Entstehung von Magenkrebs sind in hohem Maße Ernährungsfaktoren beteiligt. Man schätzt, dass 2/3 der Fälle durch Ernährungsumstellung vermieden werden könnten (5). Aber weder für Fett noch bei Milch- und Milchprodukten liegen bislang eindeutige Hinweise dafür vor, dass ihr Verzehr das Magenkrebsrisiko steigere. Magermilch schien in drei von fünf Studien sogar einen protektiven Effekt zu haben.

Übrige

Es wird geschätzt, dass ein Drittel der Krebserkrankungen im Bereich von Mund, Pharynx, Ösophagus und 25 % der Nierenkarzinome bei der vom WCRF empfohlenen Ernährungsweise vermeidbar wären und Pankreas- und Blasenkarzinome ebenfalls durch Ernährungsfaktoren beeinflussbar seien (5, 24). Gut gesichert ist nur der krebsfördernde Einfluss des Rauchens, z. T. in Verbindung mit Alkohol (24). Dagegen liegen epidemiologische Hinweise auf eine positive Assoziation mit Adipositas, hoher Fettzufuhr oder dem Verzehr von Milchprodukten allenfalls beim Nierenkarzinom vor (5). Zusätzlich existiert eine Untersuchung, in der ein probiotisches Sauermilchprodukt die Rezidivrate bei Blasenkrebs senkte (2).

Ist Brustkrebs durch Milchverzicht vermeid- bzw. heilbar?

In ihrem Buch "Your Life in Your Hands" (19) behauptet die Geologin Prof. Jane Plant, dass sie durch konsequenten Verzicht auf Milch und Milchprodukte ihren Brustkrebs besiegt hat, nachdem mehrere Chemotherapien zuvor zu keinem dauerhaften Erfolg geführt hatten. Ergänzt wurde diese Diätumstellung durch weitere Maßnahmen, wie den möglichst vollständigen Ausschluss tierischer Produkte vom Speisezettel, den Verzehr von Sojaprodukten, kaltgepressten pflanzlichen Fetten und überhaupt möglichst naturbelassenen Lebensmitteln, eine sinnvolle Supplementation mit Vitaminen und Mineralstoffen und schließlich die Vermeidung von Stress und schädigenden Umwelteinflüssen.

Ihre Behauptung, Milch und Milchprodukte seien eine wesentliche Ursache von Brustkrebs (sowie Prostatakrebs bei Männern) begründet die Autorin zunächst einmal mit epidemiologischen Daten. Dazu gehört die geringe Brustkrebshäufigkeit in Ländern wie China, die gleichzeitig einen sehr geringen Milchverzehr aufweisen (12, 22), oder das steigende Krebsrisiko bei Personen, die in Regionen mit einer "Western style" Ernährung ausgewandert sind (13). Die Bedeutung anderer Risikofaktoren wie genetische Disposition, hoher Fett- und Fleischverzehr, Stress und andere Life Style Faktoren oder langfristig hohe Östrogenspiegel, von denen einige sog. "confoundings" darstellen könnten, relativiert sie u. a. durch Vergleich mit ihrer eigenen Biografie.

Nun wurde der geringe Aussagewert von Ländervergleichen zur Beurteilung eines Krebsrisikos schon eingangs erwähnt, und

Die Tabelle 1 zeigt klar, dass die Ergebnisse von Case-Control- und Kohortenstudien zu widersprüchlich sind, als dass sich gesicherte Zusammenhänge zwischen Milchverzehr und Brust- und Prostatakrebs ableiten ließen.

Als Ursache für die angeblich krebsfördernden Eigenschaften von Milch führt die Autorin an, dass Milch, insbesondere die von hochleistenden und/oder mit Wachstumshormon behandelten Kühen Wachstumsfaktoren wie "insulin-like growth factors", IGF's, oder das Hormon Prolactin in erhöhter Konzentration enthält . Während Prolactin bei Zellteilungs- und Differenzierungsprozessen in der Brustdrüse eine zentrale Rolle spielt, wirken die verschiedenen IGF's vor allem als Mediatoren des Wachstumshormons Somatotropin. Es gilt als gesichert, dass die verschiedenen IGF's (in Bezug auf das Mammakarzinom vor allem IGF-1) auf zahlreiche Krebszellen mitogen wirken und gleichzeitig deren Apoptose hemmen. Erhöhte IGF-1 Konzentrationen im Blut gelten als Risikofaktor für Brust- (und Prostata) krebs. Oral zugeführte IGF's werden jedoch als Peptidhormone größtenteils verdaut (26). Und selbst wenn ein relevanter Teil von mit Milch aufgenommenem IGF-1 durch Adsorption an Casein geschützt wäre (26) und dadurch die IGF-Rezeptoren des Intestinums erreichen sollte, würde sich dies allenfalls auf den Magen-Darm-Trakt auswirken, nicht aber auf Gewebe, die eine Absorption der Wachstumsfaktoren voraussetzen. Ein erhöhtes Dickdarmkrebsrisiko durch Milchverzehr lässt sich aus den vorliegenden Daten aber nicht ablesen.

Wegen der Kürze der vorliegenden Übersicht können die in Tabelle 1) zusammengestellten epidemiologischen Studien nicht einzeln zitiert und bewertet werden.

Eine nennenswerte intestinale Absorption von nativem IGF-1 bei Erwachsenen, die die Voraussetzung für Effekte auf Brustdrüse oder Prostata wäre, ließ sich nicht nachweisen, genauso wenig wie eine erleichterte Resorption von IGF-1 nach Einschluss in die Fetttröpfchen von homogenisierter Milch.

Insgesamt gesehen ist die Hypothese der Autorin, durch konsequenten Verzicht auf Milch und Milchprodukte ließe sich Brust- und Prostatakrebs vermeiden oder sogar heilen, weder durch epidemiologische Daten noch durch Untersuchungen des Wirkmechanismus begründet. Eine positive Wirkung der von ihr vorgeschlagenen Diät lässt sich - wie auch die niedrige Brustkrebsinszidenz in China und ähnlichen Staaten - zwanglos auch durch den vegetabilen Charakter dieser Kost und den hohen Anteil von Sojaprodukten erklären sowie durch kalorische Restriktion. Die protektive Wirkung pflanzlicher Lebensmittel mag teilweise auf ihrem Gehalt an sog. Phytoöstrogenen beruhen, die den Östrogenstoffwechsel der Frau beeinflussen und das Brust- und Endometriumkrebsrisiko massiv zu senken vermögen. Anti-karzinogene Effekte der Energierestriktion sollen u. a. durch die Herunterregulation von IGF-1vermittelt sein (11).

  1. World Cancer Research Fund
  2. "Insulin-like growth factor"
  3. "IGF-Binding Protein", "Sex-Hormone-Binding Globulin"
  4. Isomerengemisch der Linolensäure mit 2 konjugierten Doppelbindungen, Milchfett enthält zwischen 3 und 9 mg/g CLA.

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